Parabene – Freund oder Feind?


Dieser Beitrag kullert schon eine Weile hier rum, doch nun ist es an der Zeit ihn endlich an die frische Blogger-Luft zu lassen! Viele Naturkosmetik-Vefechter würden die Frage „Parabene – Freund oder Feind?“ sofort und ohne Umschweife sicherlich mit „Feind!“ beantworten. Würde ich meinem jüngeren Ich das Reden überlassen, dann würde es jetzt über die sehr bösen Parabene zetern was das Zeug hält. Nun bin ich jedoch älter, belesener und vielleicht auch ein ganz klein wenig weiser geworden. Das ermöglicht mir heutzutage den ein oder anderen Blick über den Inhaltsstoffe-Tellerrand hinaus.

Parabene? Was soll das eigentlich sein?

Konservierungsstoffe. Diese kommen in Kosmetika hauptsächlich als Methyl-, Butyl-, Propyl- und Ethylparabene vor. Ohne diese Konservierung würden viele unserer Produkte schnell schlecht werden – denkt doch nur an die Creme-Tiegel, welche ständig mit unseren Fingern in Berührung kommen. Das sind Brutkästen für Bakterien jeglicher Art. Und mal ganz ehrlich: Nicht jeder Hersteller kann einen so reinen Produktionsstandard bieten, der zu hundert Prozent keimfrei ist. Vor allem nicht, wenn sein Produkt zu einem Spottpreis angeboten wird. Parabene sind nämlich relativ günstig und können mit anderen Konservierungsstoffen (z.B. Phenoxyethanol) verschiedene kosmetische Präparate sehr gut haltbar machen.

Was ist an Parabenen nun eigentlich so schlimm?

Diesen Stoffen wird einiges vorgeworfen. Sie sollen vor allem karzinogen (krebserrgend) sein, was durch DIESE Studie entfacht wurde. Laut dieser soll es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs bei Frauen und der Nutzung parabenhaltiger Deos geben, weil man in befallenem Gewebe Parabene fand. Das Problem: Diese Frauen hatten bereits Brustkrebs, d.h. diese Konservierungsstoffe müssen nicht zwangsläufig an dessen Entstehung beteiligt sein, sondern haben sich im Körper angereichert. Nach dieser Meldung hatten Parabene plötzlich einen extrem schlechten Ruf, der sie bis heute noch verfolgt. Dabei hat die FDA (Foods and Drugs Administration) nach toxikologischen Tests festgestellt, dass von dieser Stoffklasse keine Gefahr ausgeht.

Genauso die SCCS (Scientific Comitee on Consumer Safety), die den Verdacht der Krebswirkung in einer großen Studie nicht bestätigen konnte. Bei Studien wird im Übrigen mit extrem hohen Mengen hantiert, die im normalen Gebrauch gar nicht so verwendet werden.

Die in der EU zugelassenen Höchstmengen sind folgende:
Methyl- und Ethylparabene: 4g pro KG Kosmetikprodukt
Butyl- und Propylparabene: 1.9g pro KG Kosmetikprodukt

Meine Meinung

Es ist alles eine Frage der eigenen Ansichten. Ja, ich mag gute Naturkosmetik weil sie eben auf solche Stoffe verzichtet, denn ich möchte so einige Inhaltsstoffe einfach nicht in offenen Wunden wissen (z.B. Rasierzeug oder Deos, die direkt nach der Rasur auf die Haut kommen). Ich bin froh über Alternativen und nehme die geringere Haltbarkeit gerne in Kauf, doch ich kann auch nachvollziehen dass Hersteller diese Stoffe verwenden und bringe den Studien auch ein wenig Vertrauen entgegen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde ich hätte keinerlei parabenhaltige Produkte. Schließlich sind die meisten meiner Foundations mit diesen Stoffen konserviert.

Wie schaut es bei euch aus? Können solche Studien euch beruhigen oder lehnt ihr solche Stoffe von vornherein ab?

Kommentare:

  1. Mir geht es da ähnlich. Ich besitze Produkte mit Parabenen, freue mich aber, wenn keine drin sind.
    Es gibt da sicher einige Missverständnisse. Ich finde schade, wenn Firmen dann zu Marketingzwecken "parabenfrei" nutzen, beim Blick auf die INCI jedoch andere bedenkliche Inhaltsstoffe drin sind.

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    1. Ja, ich freue mich auch immer wenn wenige bedenkliche Stoffe drin sind.
      Da hast du Recht: Viele Firmen nutzen solche Kennzeichnungen zu Marketingzwecken aus, weil sie um den schlechten Ruf von Parabenen wissen. Finde ich auch sehr irreführend :/

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Lasst mir eure Meinung da! :)